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Paxinors kleine Abhandlung über "Was ist Geld"
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M.P.Rator Offline
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Beitrag #21
Re: Paxinors kleine Abhandlung über "Was ist Geld"
armi94 schrieb:http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2...edium=main
Imo gute Einführung in die Funktionen des Finanzmarktes und mögliche sowie vorhandene Regulierungen.
Interessanter Beitrag, danke!
04-08-2013 12:07 PM
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YrrsiN Offline
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Beitrag #22
RE: Paxinors kleine Abhandlung über "Was ist Geld"
http://www.nzz.ch/meinung/debatte/der-li...1.18108480

um das thema mal wieder aufzugreifen und um deine meinung bzgl chesneys kritik des finanzsektors zu hören, paxi Wink
07-02-2013 02:39 AM
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tron Offline
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Beitrag #23
RE: Paxinors kleine Abhandlung über "Was ist Geld"
hab artikel nur überflogen. aber gleich zu beginn sind mir 2 sachen aufgefallen, welche imho klar zeigen, wie super selektiv stats hier gepickt werden und dass ich per se dem artikel nicht traue (aber lese ihn gerne in ruhe noch ganz durch):
- er nimmt avg top20 einkommen von hedge fund CEOs von 2006 (plus john paulson 2007) und setzt sie in zusammenhang mit bailout durch steuerzahlen:
a) top20 bei irgendwas zu nehmen ist obv ned repräsentativ, v.a. bei hedge funds, wo du ne mehr oder weniger bell-kurven verteilung der einkommen hast (da es direkt in zusammenhang mit fond - performance ist), und du 2006 wohl etwa 5000 hedge-funds hattest
b) hedge funds kriegen keine bailouts und hunderte (oder tausende) von ihnen wurden geschlossen / gingen bankrott 2007 bis 2010. hedge funds sind (ums simpel zu halten) komplett privat und von daher sollen sie ja machen was sie wollen.
c) das jahr 2006 zu picken, das wohl so etwa die beste hedge fund performance der letzten 100 jahre lieferte, ist obv ned fair

- er sagt 40% der menschheit seien unter 2$ daily income und 2.5mio kinder sterben jährlich an unterernährung. und schliesst dadurch: "Es ist also ein massiver Transfer von den tiefen und mittleren zu den sehr hohen Einkommen festzustellen."
a) economist hatte gerade grosses special dazu, dass über 1mrd menschen in letzten 20 jahren den weg aus der armut (nach klassischer 1$ definition) geschafft haben.
b) obv gibts immer noch viele arme menschen
c) arme sterbende kinder sind immer krass
d) aber das ganze hat nun wirklich sehr sehr wenig mit den banken zu tun. v.a. wird mit dem zusammenstellen der fakten und dem begriff "massiver transfer" komplett suggeriert, dass paulson nur 3.7mrd im 2007 verdienen konnte, weil im gegenzug 2.5mio kinder sterben mussten... was obv kompletter bullshit ist

fazit: es gibt imho massenhaft passende und brauchbare angriffspunkte gegen einen "überbordenden" liberalismus. aber wenn ich bereits zu beginn des artikels das gefühl habe, dass der author nicht ehrlich argumentiert, dann löschts mir bisschen ab...
07-02-2013 02:55 PM
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klitschko Offline
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Beitrag #24
RE: Paxinors kleine Abhandlung über "Was ist Geld"
Chesney ist ja auch kein Ökonom, sondern (Finanz-)Mathematiker. Er ist halt wie viele andere auch auf den Finanzbranche Bashing Bandwagen gestiegen. Den kann man nicht wirklich ernst nehmen.
07-02-2013 04:45 PM
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Paxinor Offline
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Beitrag #25
RE: Paxinors kleine Abhandlung über "Was ist Geld"
finds n relativ entäuschenden titel, und hat auch nicht allzuviel mit dem thema hier zu tun, sondern fällt eher ins "sind wir reichen die bösen"...

kann tron und klitschko eigentlich nur zustimmen...

ich mein man wirft hier ja auch alles in einen topf, und das ist irgendwie schade... Erst mal die armen kinder thematisiert und die ungleichheit, n wenig liberalismus gebasht, um dann in spezifische themen im finanzmarkt einzutauchen, wo er paradoxerweise dann eher liberalere lösungen will (mehr börse, mehr märkte, keine staatsgarantien, keine libor zinsätze weniger regeln bla)

ich verstehe ehrlich gesagt die obsession von leuten mit dem finanzmarkt nicht, wenn man die "ungleichheit" anprangert. Wen interessiert es wieviel John Paulson verdient? klar er nimmt das geld irgenjemandem weg (normalerweise jemandem der auch reich ist). Who the fuck cares? es wird nur Geld umhergeschoben, dass irgendjemand verdient hat (i.e. anspruch auf realgüter). Verstehe auch nicht wie das in eine generelle Debatte des "Liberalismus" ausartet, weil es hat damit relativ wenig zu tun.

Ich mein die grosse Frage im Finanzsektor ist doch nicht das mass des "liberalismus", sondern wie baut man einen möglichst guten marktplatz... alles hat mit dem zu tun. erlaubt oder verbietet man HFT, und wenn ja wie, zwingt man leute an der Börse zu handeln oder lässt man OTC, reguliert man die gebühren oder tut es nicht.

Diese massnahmen sind doch völlig unabhängig von allfälligen Paulsons die viel verdienen, oder kinder in afrika die verhungern... die wird es geben EGAL was man macht. Und es ändert auch nix daran, dass es Paulsons gibt, die viel verdienen..

Ich mein es gibt ein paar spezifische regulative probleme, die die mechanismen der Märkte definieren, über die man klar diskutieren kann, aber solange es märkte gibt gibt es spekulation, und leute verleihen zu viel geld oder zu wenig und und und... das war schon immer so und wird auch immer so bleiben

die leute tun ja so, als wäre heute alles "spekulativ" und "kurzfristig" und "nicht nachhaltig" blablablabla... dabei hat sich doch genau gar nix verändert...

das einzige was sich verändert hat, ist, dass die realwirtschaft mühe hat, weil wir im westen faul und fett geworden sind, plus noch ein paar künstliche strukturelle probleme haben wie die EU...

ich versteh echt nicht wo der "liberalismus" da rein kommt, und wie "weniger liberalimus" helfen würde, die probleme zu lösen. Ich hab noch nie einen konkreten vorschlag gesehen ausser "wir müssen einfach per gesetz festlegen, dass die leute es fairer und besser machen müssen!!!!"

chesney will ja mehr märkte (was ich nicht das dümmste finde)... und dann? sterben keine kinder mehr in afrika? wird paulson arm?

chesney will, dass man too big too fail problematik löst (fänd ich auch prima!) und dann? gibts keine hedge fonds mehr? verdienen dann banken CEOs weniger?

wir verbieten HFT und dann? würde paulson wohl eher reicher und nicht ärmer werden...


Ich mein es ist ganz einfach:

Wir leben lange => also müssen wir sparen => also brauchen wir ein Monetäres System => also brauchen wir banken => also brauchen wir Börsen, wo Finanzprodukte gehandelt werden können => also findet spekulation statt

gute spekulanten verdienen nunmal viel geld, und durch die informationsasymetrie und dummheit der leute verdienen die leute in banken tendentiell auch viel geld...

jetzt ist die frage: wie gestalten wir dieses finanzsystem rein technisch gsehen, damit das ganze so reibungslos abläuft wie möglich... auf die oberen fakten hat man eh keinen einfluss, weil sie teil des systems sind (und es schon immer waren!)

"also wie gesagt, ich war damals anfang 20 und ziemlich gut aussehend" - oh__mygod
07-03-2013 04:39 PM
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Fergus Offline
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Beitrag #26
RE: Paxinors kleine Abhandlung über "Was ist Geld"
http://www.vollgeld.ch/
03-03-2014 05:39 PM
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Paxinor Offline
Administrator

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Beitrag #27
RE: Paxinors kleine Abhandlung über "Was ist Geld"
(03-03-2014 05:39 PM)Fergus schrieb:  http://www.vollgeld.ch/

Lieber nicht... völlig lächerlich und die Leute dort haben es offensichtlich nicht verstanden.

"also wie gesagt, ich war damals anfang 20 und ziemlich gut aussehend" - oh__mygod
03-05-2014 09:32 PM
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gert30k Offline
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Registriert seit: May 2008
Beitrag #28
RE: Paxinors kleine Abhandlung über "Was ist Geld"
Ich weiss, ich bin etwas spät dran, einen Beitrag von 2014 zu kritisieren. Aber ich hatte in den letzten Jahren mit Krebs zu kämpfen (immer noch) und war auch sonst mit anderem beschäftigt (Short Paper zu Signalling Theory publiziert).

Darum etwas verspätet hier noch meinen Senf:

Zitat:„angenommen "Gott" kommt und verdoppelt das "Geld" von jeder person (konto und geldscheine). Hat sich irgendwas geändert? Sind die leute "reicher"? Wenn du morgen in den laden läufst, kannst du dir genau gleich viel kaufen wie vorher... die preise werden sich auch verdoppelt haben. Defacto würde genau gar nix passieren, wenn alle läden fix genug wären, die preise zu verdoppeln.“

Die Läden setzen die Preise nach Angebot und Nachfrage ihrer Produkte fest. Durch die Verdoppelung des Geldes hat sich dadurch erstmal nichts geändert, es gibt also keinen Grund die Preise zu ändern.
Wenn jemand plötzlich unerwartet doppelt soviel Geld wie vorher hat, wird er dazu geneigt sein, einen Teil davon, oder alles gegen andere Güter zu tauschen. Die Nachfrage dieser Güter steigt und dadurch erhöht der Verkäufer deren Preise. Die Leute werden nicht equiproportional zu ihrem bestehenden Konsumverhalten neue Produkte kaufen; niemand kauft doppelt so viel Brot nur weil er doppelt viel Geld hat. Viel mehr schafft man sich Dinge an, die man sich vorher nicht leisten wollte: zB. iPad, eRoller oder Besuch im Puff. Mit anderen Worten: verschiedene Güter werden verschiedene Preisveränderungen erfahren. Es kann gut sein, dass einzelne Preise sinken. Es wäre nicht so, dass sich die Preise verdoppeln würden.
Richtig ist hingegen die Schlussfolgerung, dass die Preise grundsätzlich steigen und dass sich auf diese Weise der Wohlstand nicht vermehren lässt.
Ich erinnere mich, dass du mal gesagt hast, du würdest die Lehren der österreichischen Schule kennen. Das ist nicht das erste Mal, wo sich bei mir diesbezüglich Fragezeichen auftun. Niemand der sich ernsthaft mit Mises beschäftigt hat, kann behaupten, dass sich Preise verdoppeln, wenn sich die Geldmenge verdoppelt. Wie vorhergehend dargelegt, verändert sich die ganze Preisstruktur des Marktes, was nicht „defacto nichts“ ist, sondern tiefgreifende, irreversible Veränderungen darstellt.

Ich kann dir nur ans Herz legen, die öS ausgiebig zu studieren. Als Anfangspunkt eignet sich etwa ein Buch das ich vor zwei Jahren ins heutige Deutsch übersetzt und als eBook aufbereitet habe - Böhm Bawerk‘s „Kapital und Kapitalzins“:

https://www.amazon.de/Kapital-Kapitalzin...B078Z4M66Y
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07-01-2019 12:54 AM von gert30k.)
07-01-2019 12:47 AM
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