Nun, ich würde alle Hebel in Bewegung setzen, um aus dem Knast rauszukommen. Aber wenn ich Deine Frage richtig verstanden habe, gehst Du davon aus, dass meine Lage absolut chancenlos ist. In dem Fall würde ich mich mit der Situation arrangieren. Ich würde so viel intellektuelle Abwechslung wie möglich suchen: Zeitungen, Bücher, Weiterbildung, wenn möglich Internet, Blogs, teaching, aber auch gerne Kunst, Meditation, luzides Träumen, Jonglieren etc. Für körperliche Fitness würde ich ebenfalls sorgen, obwohl ich niemals mit den krassesten Muskelprotzen mithalten könnte. Für meine Sicherheit muss ich mit soft power sorgen: Freundliche Beziehungen zu Mitgefangenen und Wärtern. Ich würde versuchen, mir ein Netzwerk aufzubauen, das mich wichtig und wertvoll macht. Und ich würde Dienstleistungen anbieten. Schmuggel, Informationsbeschaffung, Kommunikation, Hilfe oder whatever. Gleichzeitig würde ich versuchen, den Knast als System zu begreifen. Wie sind die Abläufe? Wer sind die wichtigsten Akteure? Wo sind Schwachstellen? Sollte sich über die Jahre herausstellen, dass sich das System in einer starren Routine befindet, dann würde ich mir darüber Gedanken machen, ob ich dies nicht für einen Ausbruch nutzen könnte. Routine macht unaufmerksam und blind.
Gibt es ein Buch, das Deiner Meinung nach jeder gelesen haben sollte? Falls ja, welches und warum?