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Libertär, was ist das eigentlich und wie stehe ich dazu
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gert30k Offline
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Beitrag #44
RE: Libertär, was ist das eigentlich und wie stehe ich dazu
(04-29-2013 02:26 PM)Paxinor schrieb:  ich hab grad den zerohedge link entdeckt bei gert und kann nur sagen: wenn ihr ne objektive, fundierte meinung wollt, liest nicht zerohedge...

Zerohedge, noch nie gehört. Ich bilde mich, in dem ich verschiedene Quellen lese und nicht in dem ich Sachen nicht lese. Kann ich nur weiterempfehlen. Meinungen sind im Übrigen per se subjektiv.

lol@Sober Look: "the external shock of the Asian currency crisis (late 90s) sent Japan into a deflationary spiral - something the nation is still dealing with today. The Eurozone may end up facing a similar scenario."

Da scheint jemand ziemlich besoffen zu sein. Japan hat einen grossen Teil seines Wohlstand durch Inflation zerstört, grad im letzten Monat hat zB MacDonalds Japan bis zu 25% aufgeschlagen.

Apropos Paul Krugman - Paul Murphy hat im 32.000$ angeboten, um mit ihm zu debatieren. Krugman hat bis jetzt noch nicht reagiert? Warum wohl nicht? Aus dem gleichen Grund, weshalb Paxinor nicht will, dass man sich über verschiedene Standpunkte informiert. Der Unsinn, den Krugman rauslässt, würde niemand glauben, der breit informiert ist.

Ausserdem verwechselt Paxinor 'auf jemanden hören' mit 'jemandem zuhören'. Wenn man die Argumente der Gegenseite anhört, muss man die ja nicht automatisch übernehmen. Ausser vielleicht, sie überzeugen. Und ja, Libertäre argumentieren halt einfach ein bisschen als 'hey, ich grab den mein kampf link bei paxinor entdeckt, ich würde nicht mein kampf lesen, wenn blablabla'. Auf solche billige Demagogie fällt doch hier niemand rein...

Zitat:"Mein Bruder hat für 2 Jahre die Kantonsschule gewechselt (von St.Gallen nach Appenzell an die einzige Sportschule in der Nähe) und ohne kantonale Unterstützung hätte er dies nicht gekonnt. Hinzu kommt, dass meine Eltern nicht arm sind."
Ja, das ist ein üblicher Denkfehler. Die Privatschulen müssen jetzt unglaublich viele Steuern etc zahlen und sind deshalb so teuer. Das ist ein staatlich gemachtes Problem und taugt daher nicht als Argument.

Zitat:gert30k schrieb:
Die Internationale Gemeinschaft hat die Ozeane als eigentumsfreie Zone deklariert, du kannst nicht einen Teil des Ozeans kaufen, der Ozean gehört allen. Das tönt schön, hat aber zur Folge, dass sich niemand um ihn kümmert. Man schmeisst den Müll einfach rein und fischt sinnlos drauf los. http://de.wikipedia.org/wiki/Tragik_der_Allmende

Genau. Aber das ist ja genau das Beispiel, dass der FAQ aufzeigt?

Es wird als Argument gegen Libertäre genommen. Dabei würde jeder Libertäre (ausser den Objektivisten) da zustimmen. Das ist wie wenn du sagst, Vegetarier leben ungesund da Gemüse gesund ist.

Zitat:Viele arme Bauern benutzen kein Düngemittel, da sie während der Anbauzeit kein Geld mehr besitzen, um diese zu kaufen (obwohl sie wissen, dass mit Düngemittel ein 10 prozentiger Anstieg der Produktion stattfinden würde). Es hat sich dann herausgestellt, dass die Bauern es sehr schwierig finden, Geld, auch wenn es sich nur um geringe Mengen handelt, für die Erntezeit zu sparen um sich damit Düngemittel zu kaufen. "Saving at home is difficult, because there is always something that comes up that requires money (someone is sick, someone needs clothes, a guest has to be fed), and it is hard to say no."
Um diesen Menschen zu helfen, wurde ein Programm gestartet (ICS Africa), welches den Bauern die Möglichkeit offeriert, nach der Ernte einen Bon zu kaufen, welcher für die Zeit der Saat das Düngemittel zur Verfügung stellt. Dieses Düngemittel wurde zum Marktpreis durch einen ICS Mitarbeiter den Bauern persönlich zuhause verkauft und das Düngemittel wurde dann abgegeben, wenn die KäuferInnen es wollten. Dieses Programm erhöhte die Anzahl der Bauern, welche Düngemittel benutzen um 50 Prozent. (Der Effekt diese Programms ist somit grösser, als eine Reduktion des Düngemittelpreises um 50 Prozent.)
Wieso sollte es schlecht sein, wenn von Aussen Anreize geschaffen werden, welche den Menschen helfen ihre Lebenssituation zu verbessern? Ab und zu kann es besser sein, auch wenn es von staatlicher Seite geschieht.

Das ist sogar äusserst schlecht für die Bauern, da es die Allokation von Ressourcen stört. Wenn man als Bauer nicht mal genug Geld macht um sich Düngemittel zu kaufen, dann ist das Problem möglicherweise, dass es zu viele Bauern gibt und mit der Düngemittelsubventionierung verlangsamst du notwendige und wohlstandsbringende Änderungen. Oder glaubst du, das Neger ausser Kühe hüten und Getreide anbauen zu nichts fähig sind? Ich hoffe nicht. Wir haben eher Anreize geschaffen, welche diesen Menschen mittel- bis langfristig schadet.

Zitat:(04-27-2013 04:52 AM)gert30k schrieb:
Ich denke du hast ihn völlig falsch verstanden.

Ja, sieht so aus. Aber all diese Punkte treffen wohl auf fast alle Studiengänge zu, auch auf BWL usw. Bin mir nicht so sicher, ob sich daran extrem viel ändern würde, wenn alles privat organisiert wäre. Es ist ja nicht so, dass die meisten EthnologiestudentInnen ansonsten etwas anderes gewählt hätten, oder meinst du das würde sich drastisch ändern?

Ich kenne deine Kollegin ja nicht, sicher würden ja Leute noch Ethnologie studieren, wäre ja auch schade wenn nicht. Aber es würden nur noch welche studieren, die es wirklich interessiert.
Stichwort Gratismentalität.
Aber du glaubst ja nicht ernsthaft, das gleich viele studieren würden -Dann würdest du eine staatliche Subventionierung ja für überflüssig halten.

Zitat:Also gibt es nicht wirklich viele private Stipendien? Wäre sehr interessant zu wissen, ob private Stipendien über einen langen Zeitraum positive Auswirkungen hätten und ob es genug private Menschen gibt, welche spenden würden. Wenn die Realität zeigen würde, dass es geht, hätte ich natürlich auch nichts dagegen einzuwenden.

Was heisst 'genug' Stipendien? Es wird immer Leute geben, die behaupten, es gäbe zu wenig Stipendien, aber das wird immer deren subjektiver Eindruck sein, sowas kann man nicht objektiv bestimmen. Die Realität hat gezeigt, dass es geht, siehe USA, vor der laxen, staatlichen Stipendienvergabe war es viel lukrativer eine höhere Ausbildung zu machen. Heute sind viele Bachelors nicht das Papier wert auf dem es gedruckt ist.

Zitat:Wieso hat der Staat nicht auch dasselbe Interesse wie eine private Firma, das Geld wieder zu kriegen? Du stellst den Staat wieder als etwas dar, was völlig unabhängig von seinen BürgerInnen existiert.
Naja, Politiker können sich Stimmen kaufen, in dem sie Stipendien (oder andere Umverteilungen) versprechen und im Gegensatz zu einer Firma bezahlt der Steuerzahler (Leider haben gewisse Grosse Firmen unser System bereits so korrumpiert, dass wir auch für sie aufkommen müssen, eg Alle Grossbanken, General Motors, ...). Die Interessen sind diametral verschieden.

Zitat:"Ok, das ist wichtig zu wissen.
Aber wo wird denn die Grenze gesetzt?"
Unterschiedlich, es gibt, wie bei allen Ideologien zig verschiedene Gruppierungen. Ich würde im weiten Sinne jeden als Libertären bezeichnen, der weniger Staat will als jetzt in seinem Staat vorherrscht. Mit anderen Worten, jeden, der bei Sinnen ist. :-)
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 05-01-2013 08:00 PM von gert30k.)
05-01-2013 07:01 PM
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RE: Libertär, was ist das eigentlich und wie stehe ich dazu - gert30k - 05-01-2013 07:01 PM

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